Es ist diese unerträgliche Erschöpfung, die mir zu schaffen macht. Die Wochen wiederholen sich, sie haben immer das gleiche Schema. Und genau das ist tödlich. Denn es veranlasst einen Menschen dazu, in eine monotone Gewohnheit zu verfallen.
Morgens gehe ich zur Schule, lerne, schreibe, treffe Freunde, mittags/spät nachmittags komme ich nach Hause und bin so erschöpft, dass ich nicht mal mehr Lust habe, etwas mit Freunden zu unternehmen. Hausaufgaben fallen da natürlich ganz weg.
Dann gibt es allerdings noch sogenannte Freizeitaktivitäten, die ich auch betreibe. Ich gehe beispielsweise Tanzen und leite eine junge Jugendgruppe im Schwimmen. Solche Aktionen sollen ein Leben eigentlich füllen, sollen dem ganzen Abwechslung geben, aber der Mensch muss auch die Abwechslung standartisieren (gibt es das Wort?), sodass das Ziel letztendlich verfehlt ist. Auch meine Freizeit verfällt in einen monotonen, redundanten Trott.
Und so kommt es, dass man einfach zu erschöpft ist von der Schule, als dass man an diesem Zustand etwas ändern möchte (Vielleicht geht es ja auch nur mir so…). Ich würde mich gerne aufraffen, würde gerne etwas ändern, würde gerne mehr tun, um diesem Kreislauf zu entrinnen, aber dieser Kreislauf kommt mir mehr vor wie ein Wirbelsturm, der mich mit sich zieht und nicht mehr loslässt.
(Oje…das klingt ziemlich dramatisch.)
Es ist aber auch die Motivation und die Begeisterung, die mir in meinem Leben fehlt. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt richtig begeistert war von einem Projekt. Was ich in der Schule lerne, interessiert mich schon, aber nicht so brennend, dass ich mich nachmittags gerne weiter damit beschäftige.
Es ist einfach bei allem die Luft raus. Ich kann nichts finden, dem ich mich gerne näher widmen würde, mit dem ich mich gerne länger auseinandersetzen würde, nichts. Das ist sehr ermüdend und erlahmend, doch das schlimmste daran ist, dass ich es nicht so schlimm finde, wie es jetzt vielleicht klingen mag. Wenn ich länger darüber nachdenke, könnte man es schon als Trauerspiel bezeichnen, aber eigentlich gewöhnt man sich daran.
Und da wären wir wieder bei dem Problem vom Anfang. Meiner Meinung nach gewöhnt sich der Mensch zu schnell. Gewöhnen hat natürlich auch seine guten Seiten, aber ich wäre manchmal gerne unzufriedener mit meiner Situation, denn wenn ich nicht komplett unzufrieden bin, kann ich auch nicht die Motivation finden, sie zu ändern. Und ohne Motivation kann ich auch nicht losgehen, um mir was zu suchen, was mich begeistert. Und ohne Begeisterung fehlt mir – wie gesagt – die Motivation. Schon wieder ein Kreislauf.
Kreisläufe helfen den Menschen, Ordnung in ihr Leben zu bringen, helfen ihnen nicht zu viel über jedes einzelne Detail nachdenken zu müssen, helfen dem Standard, der Gewohnheit, der Routine. Doch ich habe einfach für meinen Geschmack zu viel Routine, ich hätte gerne ein bisschen weniger davon, und ein bisschen mehr Abwechselung. Ich würde das Rezept gerne abändern, aber ich fürchte, es ist schreibgeschützt.
Ich kleiner naiver Schüler habe auch im Moment die Hoffnung, dass sich das, nachdem ich die Schule abgeschlossen habe, ändern wird, dass ich mein Leben dann in einem höheren Maße selbst bestimmen kann, wenn der Faktor Schule nicht mehr der ausschlaggebendste ist. Wenn ich eine Arbeit gefunden habe, die mich begeistert. Wenn ich endlich motivierende Aufgaben erledigen kann.
Wenn ich mir meine Routine endlich selbst gestalten kann…



